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Der Kostenfaktor alleine reicht für die Bewertung der Dienstleistungen im Liegenschaftsverkehr nicht aus

Brussels,

.Die Kommission hat eine Diskussion über den Liegenschaftsverkehr eröffnet. Die Veröffentlichung der vergleichenden Studie von Prof. Peter L. Murray der Universität Harvard (USA) hat einen neuen Aspekt in diese Diskussion eingebracht. Die Studie verdeutlicht nämlich, dass für die Bewertung der Dienstleistung wirtschaftliche Kriterien und der Kostenfaktor nicht ausreichen.

Nichts deutet darauf hin, dass Regulierung in unmittelbarem Zusammenhang mit den Kosten von Immobilientransaktionen stehen, da einige regulierte Märkte gute Dienstleistungen zu vernünftigen Preisen bieten” meint Prof. Murray.

Weiterhin zeigt die Studie von Prof. Murray, dass viele Regulierungszwänge einzig und allein darauf abzielen, den Immobilienkauf rundum abzusichern, so wie dies von den Verbrauchern der einzelnen Länder der EU erwartet wird. In diesem Zusammenhang weist Murray insbesondere auf die Notwendigkeit ordnungsgemäßer Grundbuchdateien für den Immobilienkauf hin. Dadurch erlangt der Käufer einer Immobilie bei Unterzeichnung des Kaufvertrags Gewissheit, dass die Immobilie weder durch eine Dienstbarkeit noch durch eine Hypothek belastet ist und er darüber in vollem Maße risikofrei verfügen kann.

Prof. Murray hebt auch hervor, dass in Ländern wie Großbritannien oder den USA die Verlässlichkeit der Grundbuchdateien durch die Vielzahl an beteiligten Akteuren nicht gewährleistet ist, so dass die Gefahr von Rechtsstreitigkeiten erhöht wird und Mehrkosten durch die sog. ”Title Insurance” entstehen. Anlässlich der Präsentation der Studie am 1. Oktober legte Prof. Murray Nachdruck auf die unterschiedlichen Aufgabengebiete der Notare, die sich nicht nur auf die Gewährleistung der Rechtssicherheit des Immobilienkaufs beschränken. In einigen Ländern, wie etwa in Frankreich, sind die Notare für den Transfer der Mittel des Käufers an den Verkäufer  sowie für die Beitreibung sämtlicher Steuern und Abgaben des Staates verantwortlich.

Der Präsident des CNUE, Dr. Klaus Woschnak, weist darauf hin, dass die notarielle Rechtsberatung weder zeitaufwendig noch kostspielig ist. Man dürfe die Mitwirkung des Notars in der Tat nicht nur anhand Zeit- und Kostenfaktoren bewerten. Die Wahrheit über die Kosten von Immobilientransaktionen, die von Notaren abgewickelt werden, liege darin, dass Notare qualitativ hochwertigere Dienstleistungen und Rechtssicherheit zu transparenten und gleichen Gebühren für alle garantieren. 

Präsident Woschnak ist der Auffassung, dass der Vergleich des Liegenschaftsverkehrs in Estland, Deutschland, Frankreich einerseits, und im Vereinigten Königreich und Schweden andererseits verdeutlicht, dass der Notar zu niedrigen Kosten für den Käufer und den Verkäufers tätig wird. Die vom Staat auferlegten Berufsregeln hätten im Übrigen keinerlei Einfluss auf diese Feststellung. 

Laut Professor Murray führt eine Deregulierung der Dienstleistungen im Liegenschaftsverkehr nicht automatisch zu verbesserten Dienstleistungen und Kostensenkungen. In deregulierten Märkten scheinen Banken, Juristen und Makler aufgrund ihrer strategischen Position oft mehr Einfluss auf Kosten und Praktiken nehmen zu können als in regulierten Märkten. ”In Rechtssystemen mit dem höchsten Regulierungsgrad wie Estland und Deutschland sind die durchschnittlichen Kosten niedrig, die Registersysteme funktionieren effizient und die Verbraucher scheinen äußerst zufrieden zu sein”, erklärt Professor Murray.

Es gibt wenige Gründe, die dafür sprechen, die Harmonisierung der Reglementierungen für Immobilientransaktionen, Praktiken oder Kosten innerhalb der EU zu fördern, da der Immobiliensektor im Wesentlichen lokal geprägt ist’, meint Murray. ”Die Unterschiede im Hinblick auf die Kosten und Praktiken in der EU sind nicht so ausgeprägt, dass sie ein Hindernis für die Entwicklung im Immobilienmarkt oder im Handel zwischen den Mitgliedstaaten darstellen könnten."

Jean-Pierre Ferret, Vize-Präsident des Conseil supérieur du notariat français, unterstrich bei dieser Gelegenheit: "Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Kaufvertrag für denjenigen, der eine Immobilie erwirbt, nicht nur die bedeutendste und langwierigste Investition seines Lebens bedeutet, sondern auch, dass er sich davon ein harmonisches Familienleben verspricht. Allein aus diesem Grund muss dieser Kauf bestmöglich abgesichert werden – und dies hat seinen Preis”.

Der CNUE hat diese unabhängige Studie als Beitrag zu der von der GD Wettbewerb der Europäischen Kommission eröffneten politischen Diskussion zum Liegenschaftsverkehr in Auftrag gegeben.

Nach einem Vergleich der Kosten des Liegenschaftsverkehrs in Estland, Frankreich, Deutschland, Schweden, im Vereinigten Königreich und den USA kam Professor Peter L. Murray der Universität Harvard zu dem Schluss, dass Kosten und Qualität nicht durch den Regulierungsgrad auf dem Markt bedingt werden.

Der endgültige Bericht sowie der ”condensed report” von Prof. Murray sind auf der Website des CNUE (www.cnue.eu) abrufbar.

The CNUE in brief:

The Council of the Notariats of the European Union (CNUE) is an official body representing the notarial profession in dealings with European institutions. Speaking for the profession, it expresses the joint decisions of its members to the institutions of the European Union.

The CNUE includes 21 notarial organisations in the European Union. The European notariats are represented in the CNUE by the presidents of the national notariats. The CNUE operates under the authority of a President, the CNUE’s spokesperson, who has tenure for one year.

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